Frontfixierung
Frontfixierung und Blasenbildung bei Sakkos
Frontfixierung & Blasenbildung bei Sakkos – was steckt dahinter?
Bei Sakkos kann es in der Frontpartie zu unschönen Blasen und Verformungen kommen – früher ein häufiger Reklamationsgrund, heute seltener, aber noch immer möglich. Ursache ist meist, dass Naturfasern durch Feuchtigkeit aufquellen und sich von ihrer Fixierung lösen. Moderne Materialkombinationen wie Polyester oder Elasthan machen das Problem komplizierter, da sich Stoffteile unterschiedlich verhalten und so Wellen oder Verzerrungen entstehen können.
Müden erklärt, wie Blasenbildung entsteht, wo typische Schwachstellen liegen und welche Maßnahmen helfen – von schonenden Reinigungsverfahren bis zur richtigen Inspektion vor der Reinigung.
Blasenbildung in der Frontpartie
Früher war die sogenannte Blasenbildung der Frontpartie ein häufiger Reklamationsgrund. Auch heute tritt dieses Problem noch gelegentlich auf, jedoch weitaus seltener. Stattdessen sind nun Verformungen und Verzüge im Ober- und Untertritt verbreitet, begleitet von Wellenbildungen im Nahtbereich, die sich kaum ausbügeln lassen. Starke Stoffüberhänge können zudem dazu führen, dass das Sakko schief sitzt. Die klassische Blasenbildung entsteht, wenn Naturfaserstoffe Feuchtigkeit aufnehmen und sich dadurch ausdehnen. Dies kann durch Regen, feuchte Witterung oder Feuchtigkeit im Reinigungsprozess passieren. Das Material hebt sich von der Fixierung ab, wodurch die bekannten Blasen entstehen. In vielen Fällen lässt sich dies durch gezieltes Bügeln und den Einsatz spezieller Appretursprays korrigieren.
Reklamationen bei Eventkleidung, Konfektionsanzügen & Atelierware
Besonders betroffen sind Eventanzüge, mittelpreisige Konfektionsware und maßgeschneiderte Ateliermode. Während sich Blasenbildungen oft beheben lassen, sind moderne Verformungen meist irreparabel. Dies liegt an neuen Materialmischungen wie Polyester, Polyamid und Elasthan im Oberstoff, dem Einsatz von Maschenwaren als Hinterfütterung und geänderten Fixierungsmethoden. Moderne Anzüge sind meist als reinigungsbeständig im organischen Lösemittel („P“ oder „F“) gekennzeichnet. Dennoch sollte vor der Reinigung das Sakko genau inspiziert werden: Diese Anzeichen können darauf hinweisen, dass möglicherweise ein Material- oder Verarbeitungsfehler vorliegt.
- Liegt das Futter glatt an oder weist es Knitterfalten auf?
- Ist die Rückennaht gerade?
- Gibt es Wellenbildungen am Revers?
Materialkombinationen als Problemursache
In vielen Fällen liegt die Ursache für Verformungen im Zusammenspiel der verarbeiteten Materialien. Jedes einzelne Material mag reinigungsbeständig sein, doch im Zusammenspiel können unvorhersehbare Probleme auftreten. Wird beispielsweise ein elastischer Oberstoff aus Viskose, Polyamid und Elasthan mit einer fixierten Einlage aus festem Gewebe oder Vlies kombiniert, kann es zu Spannungsunterschieden kommen. Diese führen dazu, dass sich das Material nach der Reinigung verzieht.
Wie lassen sich Blasenbildungen & Verformungen vermeiden? Auf das Pflegeetikett achten:
Die Herstellerangaben geben wichtige Hinweise zur optimalen Reinigung.
Schonende Reinigungsverfahren bevorzugen: Besonders bei Eventbekleidung empfiehlt sich eine sanfte Behandlung anstelle eines intensiven Reinigungsprozesses.
Kein unnötiges Experimentieren: Da die innere Verarbeitung oft unbekannt ist, sollte man sich strikt an die Pflegehinweise halten.
Nassreinigung vermeiden: Auch wenn das Obermaterial wasserbeständig scheint, kann die innere Fixierung darunter leiden.
Vorsicht an feuchten Tagen: Feuchte Schurwollstoffe wie Cashmere oder Merino können bei hoher Luftfeuchtigkeit unerwartet verfilzen.